Allegro-Provisionen 2026: womit Verkäufer rechnen müssen

Titelbild: Allegro-Provisionen 2026: womit Verkäufer rechnen müssen

Kurz zusammengefasst: Allegro verlangt keine Grundgebühr, sondern eine Verkaufsprovision pro Transaktion – je nach Kategorie meist rund 3 % bis 17 % vom Bruttobetrag, also inklusive Versandkosten. Hinzu kommt eine Transaktionsgebühr von etwa 1,2 % pro Verkauf. 2026 hat Allegro die Provisionssätze nicht erhöht, dafür aber in einigen Kategorien Höchstgrenzen eingeführt (seit 2. März), die Smart!-Gebühren für Verkäufer auf wertabhängige Sätze umgestellt (seit 2. März) und die Allegro-Ads-Tarife angehoben (seit 16. Februar). Wer seine echte Marge kennen will, muss neben der Basisprovision auch Versandprovision, Transaktionsgebühr, Werbung, Retouren und die Umsatzsteuer auf die Gebühren einrechnen.

Allegro-Provisionen 2026: der Überblick

Allegro finanziert sich nicht über eine feste Grund- oder Monatsgebühr, sondern über eine mehrstufige Gebührenstruktur. Den größten Posten bildet die Verkaufsprovision, die nur bei einem tatsächlichen Verkauf anfällt – berechnet auf den Bruttobetrag, den der Käufer zahlt, inklusive Versand.

Diese Logik ist für deutsche Händler zunächst attraktiv: keine Fixkosten, Zahlung nur bei Erfolg. Die Tücke steckt im Detail – in der Transaktionsgebühr, der Provision auf den Versand und mehreren Zusatzkosten, die in der einfachen Prozentangabe nicht auftauchen.

0 złGrundgebühr – die Erhaltungsgebühr fiel bereits 2024 weg
~3–17 %Provisionsspanne je nach Kategorie
~1,2 %Transaktionsgebühr zusätzlich pro Verkauf
bis 6.500 €Vergünstigungen im Welcome-Programm für Neue

Wichtig vorab: Allegro aktualisiert die Gebührentabelle mehrmals im Jahr und kann Sätze auch kurzfristig ändern. Verbindlich ist immer der offizielle Preis im Allegro-Hilfecenter für Verkäufer. Die folgenden Werte sind orientierend.

Wie hoch ist die Provision?

Die Verkaufsprovision hängt von der Produktkategorie ab und reicht über alle Kategorien hinweg von rund 3 % bis 17 %. Günstig sind klassische Elektronik-Kategorien, teurer sind etwa Mode und Schuhe. Berechnet wird die Provision stets vom Bruttopreis – also vom Betrag, den der Käufer zahlt.

BeispielkategorieOrientierende Provision
Smartphones, Computer/Laptopsniedriger Bereich (~3–4 %)
Mode & Schuheoberer Bereich (~12 %)
übrige Kategoriendazwischen, einzelne mit Höchstgrenze

Zwei Dinge sollten Sie sofort verinnerlichen. Erstens: Die reine Prozentzahl ist nicht der Endpreis – es kommt eine Transaktionsgebühr von etwa 1,2 % pro Verkauf für die Zahlungsabwicklung hinzu. Zweitens: Passt ein Produkt zu mehreren Kategorien, lohnt der Blick auf die jeweils günstigere – das ist ein legaler Hebel für die Marge.

Provision auch auf die Versandkosten

Der am häufigsten übersehene Kostenpunkt: Allegro berechnet die Provision nicht nur auf den Produktpreis, sondern auf die Summe aus Produktpreis und Versandkosten. Bieten Sie bezahlten Versand an, zahlen Sie den Kategoriesatz auch auf den Versandanteil.

Ein Beispiel zur Logik: Steht in Ihrer Kalkulation „Versand 15 zł“, zahlen Sie real 15 zł plus die Kategorieprovision auf diese 15 zł. Über viele Bestellungen summiert sich das spürbar. Bei kostenlosem Versand entfällt diese Versandprovision zwar – die Versandkosten tragen Sie dann aber direkt, was kalkulatorisch wieder eingepreist sein muss.

Merke: „Provision“ im engeren Sinn meint nur die Basisprovision. Auf Ihrer Allegro-Abrechnung finden Sie die Summe aller Verkaufsgebühren unter dem Posten „Verkaufsgebühren“ – das ist die Zahl, die wirklich zählt.

Weitere Gebühren neben der Provision

Neben Basisprovision und Versandprovision gibt es eine Reihe weiterer Posten. Nicht alle treffen jeden Händler, aber wer seine Marge sauber rechnen will, sollte sie kennen. Die folgende Übersicht fasst die wichtigsten Gebührenarten 2026 zusammen.

GebührenartHöhe 2026Hinweis
Grundgebühr / Pflicht-Abo0 złErhaltungsgebühr seit Februar 2024 abgeschafft
Verkaufsprovision~3–17 % je Kategorievom Bruttobetrag inkl. Versand
Transaktionsgebühr~1,2 % je Verkauffür die Zahlungsabwicklung
Versandprovision= Kategoriesatznur bei bezahltem Versand
Zusatzprovision (Hervorhebung)teils ~75 % der Standardprovisionnur in bestimmten Promo-Programmen
Allegro Adsnach CPC/Budgetseit 16.2.2026 höhere Tarife
Listing-/Anzeigengebührnur ausgewählte Kategorienz. B. Anzeigen 9 / 18 / 27 zł je Laufzeit
One Fulfillmentnach Größeneue Größe G: 17,99 zł / 24,49 zł
Smart! (Verkäuferanteil)abhängig vom Bestellwertseit 2.3.2026 wertabhängig

Auf die meisten dieser Gebühren kommt zudem die polnische Umsatzsteuer (23 %) hinzu, da es sich um in Polen erbrachte Leistungen handelt. Das erklärt, warum die Belastung in der Abrechnung höher ausfällt als der nackte Provisionssatz vermuten lässt.

Was sich 2026 ändert

Die gute Nachricht zuerst: Allegro hat die Provisionssätze für 2026 nicht angehoben. Die wichtigsten Änderungen betreffen Höchstgrenzen, die Smart!-Gebühren und die Werbung – mit klaren Stichtagen im Februar und März 2026.

  • Provisions-Höchstgrenzen (seit 2. März): In ausgewählten Kategorien (z. B. Wintersport, Hochdruckreiniger) gilt nun eine maximale Provision pro Produkt. Bei teuren Artikeln steigt die Provision dann nicht mehr proportional zum Preis – ein Vorteil für hochpreisige Sortimente.
  • Smart!-Gebühren wertabhängig (seit 2. März): Der Verkäuferanteil an den Lieferkosten richtet sich jetzt nach dem Bestellwert – je höher der Warenkorb, desto größer Ihr Anteil. Betroffen sind die Liefermethoden im Allegro-Delivery-Netz.
  • Höhere Allegro-Ads-Tarife (seit 16. Februar): Gestiegene Mindestgebote und neue geschützte Begriffe verteuern die plattformeigene Werbung.
  • Neue One-Fulfillment-Größe G: Grundgebühr 17,99 zł (eigene Verpackung) bzw. 24,49 zł (One-Fulfillment-Verpackung).
  • Kategorie-Umbau: Einzelne Kategorien (etwa Online-Kurse, Werkstattleistungen) werden auf das Anzeigenformat umgestellt; Anzeigengebühren liegen bei 9 / 18 / 27 zł je nach Laufzeit.
  • Allegro Ceny: Senken Sie im Preisprogramm den Preis selbst, wird die Provision auf den reduzierten Betrag berechnet (bei 100 zł und 5 zł Eigenrabatt also auf 95 zł).

Der Trend der letzten Jahre bleibt dennoch klar: Die Gesamtbelastung steigt eher, als dass sie sinkt. Wer seine Preise nicht regelmäßig an die Gebührenänderungen anpasst, verliert schleichend Marge.

Die echten Kosten berechnen

Ihre tatsächliche Belastung ist die Summe aus Basisprovision, Versandprovision, Transaktionsgebühr, etwaiger Werbung und Umsatzsteuer auf die Gebühren – plus die Kosten für Retouren. Erst diese Summe zeigt Ihre echte Marge, nicht der einzelne Provisionssatz.

Eine vereinfachte Beispielrechnung verdeutlicht das: Verkaufen Sie einen Artikel für 100 zł in einer Kategorie mit 12 % Provision, fallen 12 zł Basisprovision an, dazu rund 1,2 zł Transaktionsgebühr, die Versandprovision bei bezahltem Versand sowie die Umsatzsteuer auf diese Gebühren. Branchenrechnungen zeigen, dass in manchen Kategorien Gebühren und Steuern zusammen rund ein Viertel bis knapp ein Drittel des Verkaufspreises ausmachen können – je nach Kategorie und Versandmodell.

Praxis-Tipp: Rechnen Sie pro Produkt und Kategorie mit dem offiziellen Allegro-Provisionsrechner statt mit einem pauschalen Prozentsatz. Nur so vermeiden Sie böse Überraschungen auf der Abrechnung. Dies ist kein steuerlicher Rat – die umsatzsteuerliche Behandlung klären Sie bitte mit einer Fachberatung.

Provisionen senken: legale Hebel

Die Provision lässt sich nicht verhandeln, aber Ihre effektive Belastung sehr wohl steuern. Entscheidend sind Kategorie-Wahl, Versandmodell, Werbe-Effizienz und die Nutzung der Höchstgrenzen sowie des Welcome-Programms.

  1. Günstigere Kategorie wählen. Passt ein Produkt zu mehreren Kategorien, prüfen Sie die Sätze und wählen die korrekte, aber günstigere Zuordnung.
  2. Versandmodell durchrechnen. Vergleichen Sie bezahlten Versand (plus Versandprovision) mit eingepreistem kostenlosem Versand – je nach Kategorie ist mal das eine, mal das andere günstiger.
  3. Höchstgrenzen nutzen. Bei hochpreisigen Artikeln in Kategorien mit Provisionsdeckel sinkt die effektive Provisionsquote – das gezielt einplanen.
  4. Welcome-Programm ausschöpfen. Neue Verkäufer erhalten in den ersten 90 Tagen 100 % Provisionsrabatt auf nicht beworbene Angebote und weitere Vergünstigungen im Gesamtwert von bis zu 6.500 €.
  5. Werbung nach ROI steuern. Allegro Ads gezielt einsetzen und je Kampagne den Return messen, statt das Budget breit zu streuen – gerade nach der Tariferhöhung 2026.
  6. Retouren senken. Präzise Beschreibungen, gute Fotos und Größentabellen reduzieren die Rückgabequote und damit indirekte Kosten.

Diese Hebel wirken nur, wenn sie laufend gepflegt werden – Gebühren und Kategorien ändern sich mehrmals im Jahr. Wenn Sie diese Optimierung nicht intern leisten möchten, übernimmt Westom die professionelle Allegro-Betreuung für deutsche Händler inklusive Kosten- und Margenkontrolle.

Sie möchten wissen, wie viel von Ihrem Verkaufspreis nach allen Gebühren übrig bleibt – und wo Sie Marge zurückholen? Unsere transparenten Preise sehen Sie auf einen Blick.

Allegro-Betreuung mit Westom

Häufige Fehler

Diese Fehler kosten bei der Gebührenkalkulation bares Geld:

  • Nur mit der Basisprovision rechnen und die Transaktionsgebühr von rund 1,2 % vergessen.
  • Übersehen, dass die Provision auch auf die Versandkosten anfällt.
  • Die Umsatzsteuer auf die Allegro-Gebühren nicht einkalkulieren.
  • Werbe- und Retourenkosten aus der Margenrechnung herauslassen.
  • Produkte in eine teurere Kategorie einsortieren, obwohl eine günstigere korrekt wäre.
  • Gebührenänderungen ignorieren – 2026 etwa die neuen Smart!- und Ads-Tarife – und die Preise nicht nachziehen.
  • Das Welcome-Programm verstreichen lassen, statt die Anlaufphase günstig zu testen.

Häufige Fragen

Wie hoch ist die Provision auf Allegro 2026?

Je nach Kategorie meist rund 3 % bis 17 % vom Bruttobetrag inklusive Versand. Klassische Elektronik liegt im niedrigen Bereich (etwa 3–4 %), Mode und Schuhe im oberen (etwa 12 %). Hinzu kommt eine Transaktionsgebühr von rund 1,2 %.

Hat Allegro die Provisionen 2026 erhöht?

Nein, die Provisionssätze wurden nicht angehoben. 2026 gibt es stattdessen Provisions-Höchstgrenzen in einigen Kategorien, wertabhängige Smart!-Gebühren (seit 2. März) und höhere Allegro-Ads-Tarife (seit 16. Februar).

Zahle ich Provision auch auf den Versand?

Ja. Bei bezahltem Versand wird die Kategorieprovision auch auf die Versandkosten berechnet. Nur bei kostenlosem Versand entfällt diese Versandprovision – dann tragen Sie die Versandkosten direkt.

Gibt es eine monatliche Grundgebühr?

Nein. Es gibt keine Pflicht-Grundgebühr; die frühere Erhaltungsgebühr wurde im Februar 2024 abgeschafft. Sie zahlen im Regelfall nur bei Verkäufen. Optionale Abos und Werbung kosten zusätzlich.

Was ist die Transaktionsgebühr?

Eine Gebühr von rund 1,2 % pro Verkauf für die Zahlungsabwicklung, die zusätzlich zur Verkaufsprovision anfällt. Sie wird oft übersehen, summiert sich aber über alle Bestellungen spürbar.

Kommt auf die Gebühren noch Umsatzsteuer?

In der Regel ja – die polnische Umsatzsteuer (23 %) wird auf die Allegro-Gebühren erhoben. Wie Sie das in Ihrer Buchhaltung behandeln, ist eine steuerliche Frage; das ist hier kein Steuerrat.

Wie berechne ich meine echte Marge?

Rechnen Sie Basisprovision, Versandprovision, Transaktionsgebühr, Werbung, Retouren und die Umsatzsteuer auf die Gebühren zusammen. Nutzen Sie dafür den offiziellen Provisionsrechner pro Kategorie statt eines pauschalen Prozentsatzes.

Wie kann ich Provisionskosten senken?

Über die korrekte, aber günstigere Kategorie-Zuordnung, das passende Versandmodell, Provisions-Höchstgrenzen bei teuren Artikeln, ROI-gesteuerte Werbung, weniger Retouren und das Welcome-Programm für neue Verkäufer (bis zu 6.500 € Vergünstigungen).

Glossar

Verkaufsprovision
Prozentuale Gebühr pro Verkauf, berechnet auf den Bruttobetrag inklusive Versand; abhängig von der Kategorie.
Transaktionsgebühr
Zusätzliche Gebühr von rund 1,2 % pro Verkauf für die Zahlungsabwicklung.
Versandprovision
Anteil der Verkaufsprovision, der auf die Versandkosten entfällt – nur bei bezahltem Versand.
Provisions-Höchstgrenze
Maximalbetrag der Provision pro Produkt in bestimmten Kategorien; ab 2026 ausgeweitet.
Erhaltungsgebühr
Frühere Gebühr für das dauerhafte Halten von Angeboten; seit Februar 2024 abgeschafft.
Allegro Ads
Plattformeigenes Werbesystem nach CPC-Modell; 2026 mit höheren Tarifen.
One Fulfillment
Logistikservice von Allegro mit Gebühren nach Produktgröße; 2026 um die Größe G erweitert.
Welcome-Programm
Startpaket für neue Verkäufer mit Provisionsrabatten und Vergünstigungen bis zu 6.500 €.

Einschätzung aus der Praxis

Tomasz Węsierski erklärt die Allegro-Provisionen 2026 für Verkäufer
Die teuerste Provision ist die, die man nicht eingerechnet hat.

Tomasz Węsierski, CEO & Lead Developer bei Westom. Er hat den E-Commerce bei Expondo über elf europäische Märkte mit aufgebaut.

Unabhängige Bewertungen, ihr aktueller Stand und die jeweils berichteten Projektergebnisse sind auf unserer Seite Referenzen und Methodik mit Links zu den externen Profilen dokumentiert. Partnerschaftsstatus und Zertifikate werden getrennt von Kundenbewertungen ausgewiesen.

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